Kurze Geschichte: Siri und die KI-Krise
Siri gibt es seit 2011. Und Siri war lange Zeit … nun ja, nicht das, was sich Apple erhofft hatte. Während ChatGPT 2022 die Welt auf den Kopf stellte, kämpfte Siri noch damit, den Wecker richtig zu stellen. Die KI-Revolution fand auf anderen Bühnen statt – bei OpenAI, Anthropic und Google.
Apple hat das erkannt. Im vergangenen Jahr schloss das Unternehmen einen Vertrag mit OpenAI: ChatGPT darf seitdem komplizierte Anfragen für Siri beantworten. Wenn du also dein iPhone fragst „Erkläre mir die Quantenphysik in drei Sätzen", leitet Siri die Frage heimlich an ChatGPT weiter. Ein großer Schritt – aber ein exklusiver.
Mit iOS 27, angekündigt bei der WWDC am 8. Juni 2026, ist diese Exklusivität Geschichte.
Was ist iOS 27 „Extensions" überhaupt?
Apple nennt das neue System Siri Extensions. Die Idee ist einfach: Statt nur ChatGPT als KI-Partner zu erlauben, öffnet Apple Siri jetzt für mehrere Anbieter gleichzeitig. Du kannst in den Einstellungen deines iPhones wählen, welche KI du bevorzugst – und Siri nutzt dann genau diese für komplexe Anfragen.
Die drei großen KI-Anbieter, die dabei sind:
- ChatGPT (OpenAI) – war schon bisher dabei, bleibt Standard
- Claude (Anthropic) – besonders stark bei langen Texten, Analyse und nuanciertem Denken
- Gemini (Google) – ideal für alle, die viel mit Google-Diensten arbeiten (Gmail, Kalender, Docs)
Das Prinzip: Siri selbst bleibt die Oberfläche – die Stimme, das Interface, die Integration ins System. Aber das „Gehirn" dahinter kannst du jetzt selbst auswählen. Stell dir vor, du hast ein Auto: Die Karosserie bleibt dieselbe, aber du tauschst den Motor aus.
Warum ist das wichtig für dich?
Wenn du noch nie bewusst KI benutzt hast, klingt das vielleicht abstrakt. Deshalb ein konkretes Beispiel aus dem Alltag:
Du fragst Siri: „Schreib mir eine kurze E-Mail auf Englisch, in der ich meinem Chef mitteile, dass ich morgen krank bin." Früher hat Siri das entweder ignoriert oder eine generische Antwort gegeben. Heute leitet Siri das an ChatGPT weiter – und morgen kannst du wählen, ob Claude das besser hinbekommt (Spoiler: Claude ist tatsächlich sehr gut in Textstil und Tonalität).
Oder ein anderes Beispiel: Du planst ein Abendessen und fragst Siri nach Rezepten, die zu deinen Lebensmitteln im Kühlschrank passen. Mit Gemini könnte Siri dabei auch gleich deinen Google-Kalender im Blick haben und wissen, wie viele Personen heute Abend erwartet werden.
Das sind keine Science-Fiction-Szenarien. Das ist iOS 27 – und es kommt im Herbst 2026.
Wie stellst du das ein? (So wird es funktionieren)
Apple hat noch nicht alle technischen Details veröffentlicht, aber der grobe Ablauf ist schon bekannt:
- iOS 27 installieren – kommt voraussichtlich im September/Oktober 2026 für alle unterstützten iPhones
- Einstellungen öffnen → Apple Intelligence & Siri → Erweiterungen
- Dort siehst du die verfügbaren KI-Dienste – du kannst eine als Standard wählen oder für verschiedene Aufgaben verschiedene nutzen
- Du musst die jeweiligen Apps (ChatGPT, Claude oder Gemini) installiert haben – Apple stellt direkte Download-Links bereit
Wichtig zu wissen: Du gibst dabei keine Daten preis, die du nicht ohnehin teilen würdest. Wenn du Siri fragst, leitet Siri die Anfrage weiter – und der jeweilige Anbieter verarbeitet sie nach seinen eigenen Datenschutzregeln. Das ist genauso wie wenn du ChatGPT direkt öffnest.
Welche KI passt zu mir?
Drei Optionen, drei Profile. Hier eine ehrliche Einschätzung für Einsteiger:
ChatGPT (OpenAI) ist der Generalist. Gut in fast allem, riesige Nutzerbasis, viele Plugins und Integrationen. Wenn du noch nie KI benutzt hast und einfach starten willst, ist ChatGPT eine sichere Wahl. Mehr dazu: ChatGPT: So startest du →
Claude (Anthropic) ist der Denker. Besonders stark, wenn du lange Texte analysieren, Dokumente durchsuchen oder nuancierte Antworten auf schwierige Fragen brauchst. Claude ist bekannt dafür, ehrlich zu sagen, wenn er etwas nicht weiß – das ist seltener als man denkt. Mehr dazu: Claude: So startest du →
Gemini (Google) ist der Integrations-König. Wer ohnehin Gmail, Google Kalender und Google Docs nutzt, profitiert am meisten – Gemini kennt deinen Kontext bereits. Mehr dazu: Gemini: So startest du →
Du musst dich übrigens nicht für immer festlegen. Du kannst in iOS 27 jederzeit wechseln – so wie du auch zwischen Apps hin- und herwechselst.
Was bedeutet das für den Datenschutz?
Eine berechtigte Frage, gerade in Österreich und Deutschland, wo Datenschutz ernst genommen wird. Die kurze Antwort: Es ändert sich nicht viel gegenüber dem, was schon heute passiert, wenn du ChatGPT oder Claude direkt öffnest.
Wenn Siri deine Anfrage an Claude weiterleitet, gelten die Datenschutzrichtlinien von Anthropic. Wenn es ChatGPT ist, gelten die von OpenAI. Apple selbst sieht die Inhalte deiner Anfragen nicht – das läuft als verschlüsselte Weiterleitung ab.
Wer auf Nummer sicher gehen will: Einfach keine persönlichen Informationen (Name, Adresse, Kontonummer) in KI-Anfragen einbauen. Das gilt für Siri genauso wie für jeden anderen KI-Dienst. Eine ausführliche Erklärung dazu findest du in unserem KI-Datenschutz-Vergleich →
Wann kommt iOS 27?
Angekündigt wurde iOS 27 bei der WWDC am 8. Juni 2026. Die öffentliche Betaversion erscheint typischerweise im Juli, die finale Version für alle iPhone-Nutzer im September oder Oktober 2026 – zeitgleich mit dem neuen iPhone-Modell.
Welche iPhones werden unterstützt? Noch keine offizielle Liste, aber basierend auf früheren Apple-Patterns: aller Wahrscheinlichkeit nach alle iPhones ab iPhone 15 und neuere Modelle, die Apple Intelligence unterstützen.
Mein Tipp
Das ist eine echte Veränderung – nicht nur ein Marketing-Update. Zum ersten Mal hast du als iPhone-Nutzer die Kontrolle darüber, welche KI in deinem Telefon steckt. Das ist wichtig, weil verschiedene KIs tatsächlich unterschiedlich gut sind. Es gibt keine universelle Beste.
Mein Rat: Wenn iOS 27 kommt, probier einfach alle drei aus. Stelle jeder KI dieselbe Frage und schau, wessen Antwort dir am besten gefällt. Du wirst schnell merken, dass du eine klare Präferenz entwickelst – und dann weißt du genau, was du willst.
Bis dahin: Mach dich mit den drei großen KI-Diensten vertraut. Die Guides auf genainsider.com helfen dir dabei – schau dir gerne unseren großen Vergleich von ChatGPT, Claude und Gemini an.
3 Dinge zum Mitnehmen
- iOS 27 bringt echte KI-Wahl: Du entscheidest, welche KI (ChatGPT, Claude oder Gemini) Siri antreibt.
- Kein technisches Wissen nötig: Die Einstellung ist ein Menüpunkt in den iPhone-Einstellungen – fertig.
- Datenschutz bleibt gleich: Es gelten die Regeln des gewählten KI-Dienstes, nicht irgendwelche neuen.
Wenn du die Videos zu diesem Thema nicht verpassen möchtest, schau auf meinem YouTube-Kanal vorbei: youtube.com/@GenAInsider – ich erkläre alles Schritt für Schritt, ohne Fachchinesisch.