E-Mails schreiben: Der nervige Kollege, die Absage, der Beschwerdebrief
Sei ehrlich: Wie lange sitzt du manchmal vor einer E-Mail, die eigentlich simpel ist? Der Beschwerdebrief an den Vermieter, die höfliche Absage für eine Einladung, die Anfrage an eine Behörde – diese Texte kosten unverhältnismäßig viel Zeit, weil man den richtigen Ton finden will, ohne unhöflich oder zu weich zu klingen.
KI ist dafür wie geschaffen. Hier sind drei Prompts, die du direkt verwenden kannst:
Schreib eine höfliche, aber bestimmte Beschwerde-E-Mail auf Deutsch an einen Vermieter.
Das Problem: Der Aufzug ist seit drei Wochen kaputt und trotz zweifacher Nachfrage
passiert nichts. Ich wohne im 5. Stock. Der Ton soll freundlich, aber klar sein –
ich möchte eine schriftliche Rückmeldung bis Ende der Woche.
Schreib eine kurze, freundliche E-Mail, mit der ich eine Einladung zu einer
Geburtstagsfeier absage. Ich kann leider wirklich nicht kommen, weil ich an dem
Wochenende verreist bin. Ich möchte trotzdem herzlich gratulieren und mich
nach einem anderen Termin erkundigen.
Formuliere eine sachliche E-Mail an einen Arbeitskollegen, der immer wieder
vereinbarte Deadlines nicht einhält. Ich möchte das Problem ansprechen, ohne
einen Konflikt auszulösen. Ton: ruhig, lösungsorientiert, professionell.
Was du bekommst, passt nie zu 100 % – aber es ist eine gute Grundlage, die du in zwei Minuten anpassen kannst, statt zwanzig Minuten auf ein leeres Dokument zu starren.
Texte verbessern: Fehler finden, Ton anpassen, kürzer machen
Hast du einen Text geschrieben, der irgendwie noch nicht stimmt? KI ist ein geduldiger Lektor, der nicht genervt wird und keine Gefühle verletzt. Du kannst sie bitten:
- Rechtschreibfehler und Tippfehler zu finden:
Prüfe den folgenden Text auf Rechtschreibfehler und korrigiere sie: [Text] - Den Ton anzupassen:
Mach diesen Text formeller – er klingt gerade zu salopp für ein berufliches Anschreiben. - Ihn zu kürzen:
Kürze diesen Text um ca. ein Drittel, ohne wichtige Informationen zu verlieren. - Ihn verständlicher zu machen:
Schreib diesen Text einfacher. Ich möchte, dass auch jemand ohne Fachkenntnis versteht, worum es geht.
Besonders nützlich: Wenn du etwas auf Englisch schreiben musst, aber dir die Sprache nicht ganz sicher ist. KI übersetzt nicht nur, sie schreibt auch gleich so, wie ein Muttersprachler schreiben würde – ein riesiger Unterschied.
Zusammenfassungen: Langer Text rein, kurze Zusammenfassung raus
Du hast einen langen Artikel, einen PDF-Bericht oder die Protokoll-Notizen vom letzten Meeting vor dir. Du willst wissen, was drin steht – aber keine Zeit, alles zu lesen. Kein Problem:
Fass den folgenden Text in maximal 5 Stichpunkten zusammen.
Ich will nur die wichtigsten Aussagen verstehen, keine Details: [Text einfügen]
Ich habe die Notizen von unserem letzten Meeting. Erstelle daraus eine übersichtliche
Zusammenfassung mit: 1) den wichtigsten Beschlüssen, 2) offenen Punkten,
3) nächsten Schritten mit Verantwortlichen. [Notizen einfügen]
Das funktioniert auch für längere Dokumente – einfach den Text hineinkopieren. Bei sehr langen Texten (mehr als ein paar Tausend Wörter) hilft es, in Abschnitten vorzugehen.
Ideen generieren: Wenn man selbst nicht weiterkommt
Manchmal ist der härteste Teil nicht das Schreiben, sondern das Anfangen. Der leere Notizblock. Das Gehirn, das sich weigert, einen einzigen guten Gedanken zu liefern. KI ist hervorragend als Ideenmaschine.
- Geburtstagsrede:
Ich halte eine kurze Rede zum 60. Geburtstag meines Bruders. Er ist Tischler, liebt den Wörthersee und hat früher Fußball gespielt. Die Rede soll herzlich und ein bisschen witzig sein, etwa 3 Minuten lang. - Geschenkideen:
10 originelle Geschenkideen für einen pensionierten Lehrer, der gerne reist und Wein trinkt. Budget bis 50 Euro. - Projektname:
Wir gründen eine kleine Initiative in Wien, die Senioren beim Umgang mit Smartphones hilft. Schlage 10 mögliche Namen vor – freundlich, einprägsam, auf Deutsch oder mit deutschem Klang. - Urlaubsplanung:
Ich fahre im September für 5 Tage nach Prag, reise alleine, mag Museen und gutes Essen, kein Nachtleben. Schlage ein grobes Tagesprogramm vor.
Wie man KI in den Alltag einbaut
Die größte Hürde ist nicht das Lernen, sondern die Gewohnheit. Viele Menschen probieren KI einmal aus, sind beeindruckt – und vergessen sie dann wieder. Der Trick ist, KI in Momenten zu nutzen, in denen du sonst frustriert wärst.
Fang mit einem einzigen Anwendungsfall an, der dich wirklich nervt. E-Mails schreiben? Texte kürzen? Ideen finden? Wähle eine Sache und nutze KI dafür eine Woche lang konsequent. Danach wirst du automatisch auf andere Bereiche stoßen, wo sie dir helfen kann.
Ein typischer KI-Tag – wie könnte das aussehen?
Margit, 54, arbeitet halbtags in einem Wiener Kleinbetrieb und verwaltet ihren Haushalt. Früher hat sie jeden Behördenbrief dreimal überarbeitet und bei Geburtstagsreden geschwitzt. Heute sieht ihr Morgen manchmal so aus:
8:15 Uhr – Sie muss einem Lieferanten absagen. Statt lange zu grübeln, tippt sie den Prompt in ChatGPT, liest die Antwort durch, ändert einen Satz und schickt die E-Mail ab. Drei Minuten statt fünfzehn.
10:00 Uhr – Sie muss einen langen Bericht ihrem Chef zusammenfassen. Sie kopiert ihn in Claude, bekommt eine strukturierte Übersicht in Stichpunkten und ergänzt zwei Details aus eigener Kenntnis.
Abends – Sie schreibt die Rede für den Vereinsabend ihres Mannes. KI liefert einen Entwurf, sie lacht über die eine Formulierung die typisch nach "Maschine" klingt, ändert sie – und hat in 20 Minuten etwas, das sich anfühlt wie von ihr.
Margit ist keine Technikerin. Sie weiß nicht, wie KI funktioniert. Aber sie weiß, wo sie ihr Zeit spart – und das reicht.
KI ist am nützlichsten, wenn du sie für Dinge einsetzt, die dich nerven oder aufhalten. E-Mails, Texte, Ideen, Zusammenfassungen – das sind die vier Bereiche, in denen fast jeder sofort Zeit spart. Fang mit einem an. Verfeine deine Prompts. Und denk immer daran: Die KI liefert einen Entwurf – du bringst das Urteil und die persönliche Note mit. Zusammen seid ihr ein gutes Team.
Writing emails: The difficult colleague, the cancellation, the complaint
Be honest: how long do you sometimes sit in front of an email that's actually quite simple? The complaint to the landlord, the polite decline of an invitation, the enquiry to an office – these texts take a disproportionate amount of time because you want to find the right tone without sounding rude or too meek.
AI is made for exactly this. Here are three prompts you can use right away:
Write a polite but firm complaint email to a landlord.
The problem: the elevator has been broken for three weeks and despite two follow-ups,
nothing has happened. I live on the 5th floor. The tone should be friendly but clear –
I'd like a written response by the end of the week.
Write a short, friendly email declining an invitation to a birthday party.
Unfortunately I really can't make it because I'll be away that weekend.
I still want to send warm congratulations and ask about finding another time to celebrate.
Draft a matter-of-fact email to a colleague who repeatedly misses agreed deadlines.
I want to address the issue without triggering a conflict.
Tone: calm, solution-focused, professional.
What you get will never be a perfect fit straight away – but it's a solid starting point that you can adjust in two minutes, rather than staring at a blank document for twenty.
Improving texts: Fixing errors, adjusting tone, making it shorter
Have you written something that just doesn't feel quite right yet? AI is a patient editor who never gets annoyed and never takes things personally. You can ask it to:
- Find spelling and typing errors:
Check the following text for spelling mistakes and correct them: [text] - Adjust the tone:
Make this text more formal – it sounds too casual for a professional cover letter. - Shorten it:
Cut this text by about a third without losing any important information. - Make it easier to understand:
Rewrite this text more simply. I want someone without specialist knowledge to be able to understand what it's about.
Especially useful: when you need to write something in English but aren't fully confident in the language. AI doesn't just translate – it also writes the way a native speaker would. That makes a huge difference.
Summaries: Long text in, short summary out
You've got a long article, a PDF report, or the notes from your last meeting in front of you. You want to know what's in it – but you don't have time to read everything. No problem:
Summarise the following text in no more than 5 bullet points.
I just want to understand the key points, not every detail: [insert text]
I have the notes from our last meeting. Please create a clear summary with:
1) the key decisions made, 2) open questions, 3) next steps with responsible people.
[Insert notes]
This works for longer documents too – just paste in the text. For very long texts (more than a few thousand words), it helps to work in sections.
Generating ideas: When you're stuck and can't get started
Sometimes the hardest part isn't writing – it's starting. The blank notepad. The brain that refuses to produce a single decent thought. AI is excellent as an idea machine.
- Birthday speech:
I'm giving a short speech for my brother's 60th birthday. He's a carpenter, loves the lake district, and used to play football. The speech should be warm and a little funny, about 3 minutes long. - Gift ideas:
10 original gift ideas for a retired teacher who loves to travel and enjoys wine. Budget up to $50. - Project name:
We're starting a small initiative that helps seniors with smartphone use. Suggest 10 possible names – friendly, memorable, with a warm feel. - Holiday planning:
I'm going to Prague for 5 days in September, travelling alone, I like museums and good food, no nightlife. Suggest a rough day-by-day itinerary.
How to make AI part of your daily routine
The biggest hurdle isn't learning how to use it – it's building the habit. Many people try AI once, are impressed, and then forget about it. The trick is to use AI precisely in those moments when you'd otherwise feel frustrated.
Start with just one use case that genuinely bothers you. Writing emails? Shortening texts? Finding ideas? Pick one thing and use AI for it consistently for a week. After that, you'll naturally discover other areas where it can help you.
A typical AI day – what could that look like?
Margaret, 54, works part-time at a small local business and manages her household. She used to revise every official letter three times and dread having to give speeches. Today, her morning sometimes looks like this:
8:15 am – She needs to cancel with a supplier. Instead of agonising over it, she types a prompt into ChatGPT, reads through the answer, changes one sentence and sends the email off. Three minutes instead of fifteen.
10:00 am – She needs to summarise a long report for her boss. She pastes it into Claude, gets a structured bullet-point overview, and adds two details from her own knowledge.
In the evening – She writes a speech for her husband's community club event. AI delivers a draft, she laughs at one phrase that sounds unmistakably like a machine, changes it – and has something that feels like her own in 20 minutes.
Margaret is not a tech person. She doesn't know how AI works. But she knows where it saves her time – and that's enough.
AI is most useful when you put it to work on the things that slow you down or frustrate you. Emails, texts, ideas, summaries – those are the four areas where almost anyone saves time immediately. Start with one. Refine your prompts. And always remember: AI delivers the draft – you bring the judgement and the personal touch. Together, you make a good team.