Was passiert eigentlich mit dem, was du eintippst?
Du öffnest ChatGPT, stellst eine Frage – und bekommst eine Antwort. Aber was passiert in der Zwischenzeit mit deinem Text? Das fragen sich viele, und die Antwort ist nicht ganz einfach, aber auch nicht so beängstigend wie manche denken.
Vereinfacht gesagt: Was du einer KI schickst, landet auf den Servern des jeweiligen Anbieters. Bei ChatGPT sind das Server von OpenAI, meistens in den USA. Anthropic (Claude) speichert ebenfalls in den USA. Das bedeutet: Deine Eingaben verlassen Europa – und damit gelten automatisch andere Datenschutzregeln als bei einem österreichischen Unternehmen.
Was die Anbieter mit deinen Chats machen, variiert. Standardmäßig können Texte von Mitarbeitern eingesehen werden – angeblich zur Qualitätssicherung und Sicherheitsprüfung. Manche Anbieter nutzen deine Gespräche auch, um zukünftige KI-Modelle zu verbessern. Das klingt harmlos, solange du keine sensiblen Daten eingibst. Wenn du aber deinen Ausweis, deine Bankdaten oder private Informationen über andere Personen eintippst, können diese theoretisch von jemandem gelesen werden – oder in Trainingsdaten landen.
Die goldene Regel: Was du NIE eingeben solltest
Es gibt eine einfache Faustregel, die dich vor den meisten Problemen schützt: Gib der KI nichts, das du auch nicht einem wildfremden Menschen auf der Straße zeigen würdest. Das klingt streng – aber wenn du diese Regel befolgst, machst du nichts falsch.
Konkret bedeutet das: Lass folgende Dinge komplett weg aus deinen KI-Chats:
- Passwörter und Zugangsdaten – egal zu welchem Dienst. Nicht mal "zur Kontrolle" oder "um Hilfe bei der Anmeldung zu bekommen".
- Bankdaten – Kontonummern, IBAN, Kreditkartennummern, PINs, TAN-Codes. Auch nicht in Fragmenten.
- Ausweis- und Sozialversicherungsnummern – In Österreich ist deine SV-Nummer besonders sensibel, da sie in vielen Behördenwegen benötigt wird.
- Gesundheitsdaten – Eigene Diagnosen, Medikamente oder Befunde. Auch wenn du Hilfe beim Verstehen eines Arztbriefs möchtest – gib nie Namen, Geburtsdatum und Diagnose zusammen ein.
- Private Daten anderer Personen – Namen, Adressen, Telefonnummern oder persönliche Situationen von anderen Menschen, ohne deren Wissen und Zustimmung.
Stell dir vor, du möchtest einen Brief schreiben lassen und gibst ein:
Schreib einen freundlichen Brief von meiner Mutter Elfriede Mustermann, geboren am 3. März 1948, wohnhaft in Wien 1050, Schönbrunner Straße 42/5, an die Pensionsversicherungsanstalt. Es geht um ihren Bescheid vom 12. April...Das klingt harmlos – ist aber ein vollständiges Datenprofil einer echten Person mit Name, Geburtsdatum, Adresse und einem Hinweis auf ihre Rente. Solche Informationen gehören nicht in einen KI-Chat. Besser: Schreib den Brief mit fiktiven Platzhaltern und füge die echten Daten erst in deiner Textverarbeitung ein.
Was sicher ist – und wofür KI wirklich gut ist
Das klingt jetzt alles sehr bedrohlich – dabei ist KI für die meisten Alltagsaufgaben völlig unbedenklich. Du kannst bedenkenlos eingeben:
- Allgemeine Fragen zu Themen, die dich interessieren ("Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage?")
- Eigene Texte, die keine sensiblen Informationen enthalten – z. B. eine Geburtstagsrede ohne vollständige Namen und Adressen
- Fiktive Szenarien und kreative Projekte
- Fragen zu Rezepten, Reiseplänen, Sprachübersetzungen, historischen Ereignissen
- Allgemeine Fragen zu Gesundheit oder Recht – ohne konkrete persönliche Daten
- Hilfreich formulierte Vorlagen (Brief, E-Mail) mit Platzhaltern statt echten Namen
Kurz gesagt: KI ist dann sicher, wenn du allgemein bleibst. Sobald du sehr konkret und persönlich wirst, steigt das Risiko.
DSGVO und österreichisches Recht: Was gilt hier?
Österreich und die gesamte EU sind durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geschützt – eines der strengsten Datenschutzgesetze der Welt. Das bedeutet: Unternehmen, die Dienste in der EU anbieten, müssen bestimmte Regeln einhalten, auch wenn ihre Server in den USA stehen.
In der Praxis haben OpenAI, Google und Anthropic alle Datenschutzerklärungen, die zumindest formal DSGVO-kompatibel sein sollen. Es gibt auch EU-spezifische Versionen mancher Dienste. ChatGPT beispielsweise bietet eine Einstellung, mit der du verhindern kannst, dass deine Gespräche für das Training verwendet werden. Das empfiehlt sich.
Dennoch: Die Datenschutzbehörde (in Österreich: die DSB) hat bereits untersucht, ob KI-Dienste wirklich DSGVO-konform sind. Das ist kompliziertes Terrain. Als Einzelperson schützt du dich am besten, indem du gar keine sensiblen Daten eingibst – egal was die Datenschutzerklärung sagt.
Tipps für mehr Datenschutz im KI-Alltag
Du musst kein Technik-Profi sein, um dich besser zu schützen. Diese einfachen Maßnahmen helfen:
- Chat-Verlauf ausschalten: Bei ChatGPT kannst du unter Einstellungen den Chatverlauf deaktivieren. Dann werden Gespräche nicht gespeichert und nicht für Training genutzt. Das kostet dich zehn Sekunden.
- Inkognito-Modus nutzen: Schützt vor lokalem Browser-Tracking, nicht vor dem Anbieter – aber ist ein sauberer Ausgangspunkt.
- Keine KI-Apps auf dem Arbeitshandy: Wenn du ein Firmenhandy hast, halte KI-Tools lieber vom privaten Bereich getrennt.
- Lokale KI-Optionen: Für Fortgeschrittene gibt es Tools wie Ollama, die eine KI lokal auf deinem eigenen Computer laufen lassen. Deine Daten verlassen dann nie deinen Rechner. Das erfordert etwas mehr Setup – aber es ist eine Option für alle, die besonders sensibel mit ihren Daten umgehen wollen.
- Bewusst lesen, nicht blind klicken: Schau dir einmal kurz die Datenschutzeinstellungen des Tools an, das du nutzt. Meistens gibt es eine Option, das Datentraining zu deaktivieren.
KI ist für die meisten Alltagsaufgaben völlig unbedenklich. Wer allgemein bleibt, keine Passwörter, Bankdaten oder private Informationen über andere eingibt, und den Chat-Verlauf deaktiviert, ist gut aufgestellt. Die goldene Regel: Was du einem Fremden nicht zeigen würdest, gibst du auch der KI nicht. Mit diesem einen Grundsatz im Kopf kannst du KI entspannt und sicher nutzen.
What actually happens to what you type in?
You open ChatGPT, ask a question – and get an answer. But what happens to your text in the meantime? Many people wonder about this, and the answer isn't entirely simple – but it's also not as scary as some might think.
Put simply: whatever you send to an AI lands on the servers of that particular provider. For ChatGPT, those are OpenAI's servers, usually located in the United States. Anthropic (Claude) also stores data in the US. This means your inputs leave Europe – and with that, different privacy rules automatically apply compared to a company based in your home country.
What providers do with your chats varies. By default, employees may be able to view your conversations – supposedly for quality assurance and safety checks. Some providers also use your conversations to improve future AI models. That sounds harmless enough, as long as you're not entering sensitive data. But if you type in your ID number, banking details, or private information about other people, those could theoretically be read by someone – or end up in training data.
The golden rule: What you should NEVER type in
There's a simple rule of thumb that protects you from most problems: don't give the AI anything you wouldn't show a complete stranger on the street. That sounds strict – but if you follow this rule, you won't go wrong.
In practice, that means leaving the following completely out of your AI chats:
- Passwords and login credentials – for any service, no exceptions. Not even "just to check" or "to get help logging in".
- Banking details – account numbers, IBANs, credit card numbers, PINs, security codes. Not even in fragments.
- ID and social security numbers – your social security number is particularly sensitive, as it's required for many official processes.
- Health data – your own diagnoses, medications, or test results. Even if you want help understanding a doctor's letter – never enter a name, date of birth, and diagnosis together.
- Other people's personal data – names, addresses, phone numbers, or personal situations of others, without their knowledge and consent.
Imagine you want to have a letter written and you type:
Write a friendly letter from my mother Margaret Smith, born March 3, 1948, living at 42 Elm Street, Apt 5, to the pension authority. It's about her notice from April 12...That sounds harmless – but it's a complete data profile of a real person including name, date of birth, address, and a reference to their pension. This kind of information doesn't belong in an AI chat. Better approach: write the letter with fictional placeholders and add the real details in your word processor afterwards.
What's safe – and what AI is actually great for
All of this might sound alarming – but AI is perfectly safe for most everyday tasks. You can freely type in:
- General questions about topics that interest you ("How does a solar panel system work?")
- Your own texts that don't contain sensitive information – e.g. a birthday speech without full names and addresses
- Fictional scenarios and creative projects
- Questions about recipes, travel plans, language translations, historical events
- General questions about health or legal topics – without specific personal data
- Useful templates (letters, emails) with placeholders instead of real names
In short: AI is safe when you keep things general. The more specific and personal you get, the higher the risk.
GDPR and data protection law: What applies here?
The EU is protected by the General Data Protection Regulation (GDPR) – one of the strictest data protection laws in the world. This means companies offering services in the EU must follow certain rules, even if their servers are located in the US.
In practice, OpenAI, Google, and Anthropic all have privacy policies that are at least formally intended to be GDPR-compliant. There are also EU-specific versions of some services. ChatGPT, for example, offers a setting that lets you prevent your conversations from being used for training. That's worth turning on.
That said, data protection authorities across Europe have already investigated whether AI services are truly GDPR-compliant. It's complicated territory. As an individual, your best protection is simply not entering sensitive data in the first place – regardless of what the privacy policy says.
Tips for better privacy in your AI everyday life
You don't need to be a tech expert to protect yourself better. These simple steps help:
- Turn off chat history: In ChatGPT, you can disable chat history in the settings. This means conversations won't be saved or used for training. It takes ten seconds.
- Use incognito mode: This protects against local browser tracking, not against the provider – but it's a clean starting point.
- No AI apps on your work phone: If you have a company phone, keep AI tools separate from your personal activities.
- Local AI options: For more advanced users, tools like Ollama let you run AI locally on your own computer. Your data never leaves your machine. It requires a bit more setup – but it's an option for anyone who wants to be extra careful with their data.
- Read mindfully, don't just click through: Take a quick look at the privacy settings of the tool you're using. There's usually an option to disable data training.
AI is perfectly safe for most everyday tasks. If you keep things general, avoid entering passwords, banking details, or private information about others, and turn off chat history, you're well protected. The golden rule: don't give AI anything you wouldn't show a stranger. With that one principle in mind, you can use AI comfortably and safely.